DOSB fordert höhere Freibeträge für Ehrenamtliche

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Gewinnung von Engagierten laut Sportentwicklungsbericht 2017/18 große Herausforderung für die Zukunft
Ehrenamtliche Funktionsträger*innen, Übungsleiter*innen und Trainer*innen sowie Kampf- bzw. Schiedsrichter*innen zu gewinnen und zu binden, ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft für die rund 90.000 Sportvereine in Sportdeutschland. So lautet eine zentrale Erkenntnis des Sportentwicklungsberichtes 2017/2018 (SEB), dessen erster Teil für die gesamtdeutsche Ebene, der Bundesbericht, nun vorliegt.
Der Bericht von Univ.-Prof. Dr. Christoph Breuer und Svenja Feiler von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) enthält bereits Teile zweier Befragungen der Zielgruppen Trainer*innen und Übungsleiter*innen sowie Vorstandsmitglieder (gewählte Ehrenämter). Zum ersten Mal wurde im Rahmen des SEB nicht nur eine reine Organisations-, sondern auch zwei ergänzende Personenbefragungen durchgeführt.
Auffällig ist hier das Ergebnis, dass einerseits die Motivation für Ehrenamtliche keinesfalls auf materiellen Aspekten beruht, sondern rein intrinsische Motive den Ausschlag für ein Engagement geben. Andererseits sind beide befragten Zielgruppen, wenn sie denn im Ehrenamt angekommen sind, am wenigsten zufrieden mit den aktuellen steuerlichen Vergünstigungen. Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Grund genug, um dieses Thema auch in der Politik anzusprechen und entsprechende Forderungen zu stellen.
Andreas Silbersack, Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung sagt hierzu: „Das ist ein eindeutiges Zeichen, dass sich im Steuerrecht für die Ehrenamtlichen im Sport etwas ändern muss. Mit dieser Rückmeldung unserer Engagierten sehen wir uns in der Vorgehensweise bestätigt, die Bundesregierung aufzufordern, die gesetzlichen Freibeträge im Jahressteuergesetz 2020 zu erhöhen“.
Der 90 Seiten umfassende Bundesbericht steht zum Download unter: www.dosb.de/seb oder als E-Book beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) zur Verfügung. Gemeinsame Auftraggeber sind das BISp, der DOSB und die Landessportbünde. Beim aktuellen SEB gibt es Neuerungen: Die gleichen Vereine werden nun alle drei, anstatt bisher alle zwei Jahre zu ihrer Situation befragt. Als neues Element ergänzen Stakeholderanalysen die Studie, d. h. Befragungen von relevanten Personengruppen im Verein.
„Mit dieser Erweiterung der Befragung ist das Ziel verbunden, die bisherige reine Organisationsbefragung zu einer erweiterten Systemanalyse auszubauen. Damit können wichtige Erkenntnisse z. B. über die Ausbildung, Motivation und Zufriedenheit der Ehrenamtlichen im Sportverein gewonnen werden“, so die Autoren der Studie.
Die rund 90.000 deutschen Sportvereine leisten wertvolle Arbeit für ihre Mitglieder und übernehmen wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Sie legen viel Wert auf Gemeinschaft, demokratische Beteiligung sowie die Qualifizierung ihrer Übungsleiter*innen und Trainer*innen. Zudem engagieren sie sich besonders im Kinder- und Jugendsport und bieten umfangreiche Angebote im Gesundheitsbereich an. Damit sind sie mit großem Abstand auch weiterhin Deutschlands Sportanbieter Nr. 1.
Die SEB-Daten wurden in drei Online-Befragungen im Herbst 2017 (Organisationen) bzw. Frühjahr 2018 (Personen) erhoben. Die vollständigen Ergebnisse der Stakeholderbefragung werden aktuell in zwei Sonderberichten aufbereitet und zu einem späteren Zeitpunkt in Druckform veröffentlicht. In einem nächsten Schritt werden die Länderberichte des Sportentwicklungsberichts 2017/2018 den Landessportbünden zur Verfügung gestellt.
Insgesamt haben sich erneut rund 20.000 Sportvereine an der Vereinsbefragung beteiligt. Die Rücklaufquote lag bei rund 26 %. Die Ergebnisse sind die Grundlage der Politik- und Verbandsberatung und bieten wichtige Anhaltspunkte für Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse im gemeinwohlorientierten Sport.
Weitere Informationen und Downloadmöglichkeiten zu den Sportentwicklungsberichten finden Sie unter: www.dosb.de/seb.
Link: www.dosb.de

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